Teil 20 - Oriole Itos Prolog

Stammbäume
Atlantis Rasoya Bruder David Ike verstorben  
Ehemann Daniel Rasoya verstorben 
Tochter Lunaris und Dana Rasoya verstorben  
Enkelin Ellie und Kevin Kibo  
Urenkelin Cordelia Kibo
Sohn Kayto und Candy Behr verstorben Enkel Kiran und Ariadne Rossi  Urenkel Grillkäse Terry und Juliane Acharya
Ururenkelin Oriole Ito (kommen erst in neuen Teil vor)
Urururenkel Valentino Ito (kommen erst in neuen Teil vor)
Urenkelin Bonny Rossi





David Ike 
Schwester Atlantis Rasoya verstorben
Tochter Tony und Ishaan Joysen verstorben
Enkelin Bella und Yasmin Lobo Enkel Olive und Dirk Joysen
Tochter Sue Lothario verstorben
Tochter Odette Sky verstorben Sohn Paddy und Olivia Kim verstorben Sohn Wulf und Angela Ike Enkelin Isabelle und Ralf Mike
Urenkel Perry Mike  Sohn Xeno und Ishaan Joysen Enkelin Queen und Justin Ike
Urenkelin Kyla Ike
Urenkelin Luna Ike Tochter Ronny und Ivan Johann verstorben Enkelin Sasha und Angelo Zoras




Oriole Ito 

Vor vier Jahren

"Warum musste das nur mir passieren? Der Tag begann doch so gut?", weinte Oriole einsam im Schneesturm. 
Erst wenige Stunden zuvor war noch alles heile in ihrer Welt. Mit ihren Eltern Juliane und Terry Acharya kam sie von einer Familienfeier in Windenburg. Da das Auto defekt war und in der Werkstatt, mussten sie die Bahn Richtung Brindleton Bay nehmen. Es herrschte ein Schneesturm und eigentlich sollte kein Zug mehr fahren. Da aber viele runter in den Tal mussten, fuhr der Lokführer trotzdem. Obwohl er von seinen Kollegen gewarnt worden ist, dass die Schienen in den Bergen vereist sein könnten. Der junge und unerfahrene Lokführer hörte nicht auf sie und nannte sie nur feige. Worte, die er niemals zurücknehmen könnte. 

Am Anfang verlief die Zugfahrt ruhig. Keiner ahnte, dass sich in der Kabine des Lokführers der Anfang vom Ende abspielte. 
Thomas funkte ganze Zeit den Bahnhof an und wollte um Hilfe bitten, aber keiner nahm ab. Er bereute sein vorlautes Mundwerk in diesem Moment. Der Zug wurde immer schneller und die Bremsen griffen nicht auf den vereisten Schienen. Dazu ging es nur noch bergab. Er konnte nichts sehen in dem Schneesturm und versuchte sich zu erinnern, was er gelernt hatte. Aber er hatte ein totales Blackout. Die Passagiere wurden langsam unruhig und schienen zu spüren, dass etwas nicht stimmte. Gemurmel kam aus dem Passagierwaggons. Ihm blieb nur noch eine Wahl. Da er mit der Technik nichts ausrichten konnte, musste er zum nächsten Waggon und von dort aus seine Kabine lösen. Denn bald würden ein Tunnel und viele Kurven kommen, die das Ende vieler Menschen bedeuten würden. Die alten Bremsen müssten gehen. So waren seine Gedanken. Er öffnete die Türe und ein starker Wind mit Schnee kam ihm entgegen. Langsam kämpfte er gegen das Wetter und gegen die Kurven. Als er endlich den rettenden Waggon erreicht hatte, löste er die Fahrerkabine ab und bediente die manuelle Bremse. Funken kamen von den Gleisen und im ersten Moment schien alles abzubremsen. Eine Explosion aus der Ferne machte ihm klar, dass er das Richtige getan hatte. Er sah Flammen vor dem Tunnel aufsteigen. Dort könnte jetzt er sein und alle Passagiere wären auch Tod. Aber sie leben noch. Er spürte, wie der Zug immer mehr bremste und kurz vor den Tunnel stehen blieb. Der Ruck ging durch alle Waggons. 
Vorsichtig ließ er die Bremse los und prombt setzte sich der Zug wieder in Bewegung. Er fiel rückwärts durch die Türe und versuchte hochzukommen. Schreie kamen aus den Waggons. Es schaffte es, die Türe zu schließen und bat alle Passagiere, sich gegen die Fahrtrichtung zu setzen. Sie befolgten seine Befehl und setzten sich rasch um.

Oriole schaute besorgt aus dem Fenster und spürte die zunehmende Geschwindigkeit.
"Mama. Ich will noch nicht sterben", weinte sie. 
Obwohl sie 16 Jahre alt war, ließ sie ihren Gefühlen freien Lauf. Normalerweise wäre es peinlich, aber jetzt nicht. Sie hatte Todesangst. Und ihre Eltern drückten sie schützend. 
Sie hörte, wie sie ein Gebet aufsagten. Immer wieder knarrten die Schienen und der Waggon verlor immer mehr Gleichgewicht. Sie konnte sehen, wie eine Lawine auf den Schienen lag. Dann hörte sie zum letzten mal ein Knarren und sah durch den Fenster die Berge näher kommen. Die Schreie der anderen Passagieren gingen ihr nie mehr aus dem Kopf. Dann war alles schwarz.

Oriole bekam kaum Luft. Etwas schien auf ihr zu liegen. Und es war schwer. Sie sah nur schwarz und rot. Schmeckte Blut im Mund. Vorsichtig tastete sie ihren Kopf ab und sah Blut in ihrer Hand. Aus dem schwarz wurde blau und daraus die Jacke ihres Vaters. Sie hob ihn vorsichtig an. Er reagierte nicht. Sie kämpfte sich angeschlagen aus ihrer Notlage und sah ein Meer aus Blut und Leichen. Tränen liefen ihr über die Wange. Andere Überlebende schrieen vor Schmerzen oder suchten nach anderen Menschen, die es überlebt hatten. 
"Hilfe", schrie sie weinend.
Eine hinkende Frau im mittleren Alter kam auf sie zu und schien nur leicht verletzt zu sein. Sie half ihr auf die Beine und brachte sie zu einem intakten Waggon. Da saßen mehrere Menschen, die verletzt waren. Aus den Überresten der anderen Waggons hatte man alles geborgen, was nicht kaputt war und hilfreich war.
"Kind, du hast eine Kopfwunde. Lass mich mal schauen", sagte die Frau und setzte sie auf einem Sitz. 
Sie verband Oriole den Kopf und erklärte, dass sie in diesen Waggon vor dem Wetter geschützt seien.   
"Meine Eltern. Leben sie noch?", fragte Oriole besorgt.
Unter den Sachen sah sie die Handtasche ihrer Mutter und begann zu weinen. 
"Wenn sie noch nicht hier sind, dann nicht", sagte die Frau und legte tröstend eine Hand auf die Schulter. 

Oriole stand auf und rannte raus. Die Frau wollte sie aufhalten, aber sie war zu langsam. 
"Mama! Papa!", schrie sie.
Keiner antwortete. Sie ging den Weg von gerade zurück und entdeckte den toten Terry. Neben ihm lag ihre Mutter. Eine Stange hatte sich durch ihren Bauch gebohrt und sorgte dafür, dass sie langsam verblutete.
"Kind", krächzte ihre Mutter. 
Sie rannte zu ihr und drückte ihre Hand. 
"Hier liegt noch jemand", schrie Oriole panisch.
Schritte kamen langsam auf sie zu. Juliane riss ihr die Kette vom Hals und sagte:
"Du wirst sicher überleben. Weil du stark bist. Und ein Vampir. Wir wollten es dir zu deiner Volljährigkeit sagen, aber nun habe ich keine Zeit mehr.  Diese Kette hat keine Kräfte unterbunden, aber jetzt sind sie frei."
Oriole spürte auf einmal eine seltsame Kraft in sich. Ihre Wunden heilten von alleine und ihr Aussehen veränderte sich. Sie bekam Zähne, womit sie Adern zerfetzen kann. 
"Trink von deinem Vater. Er lebt nicht mehr und hätte gewollt, dass du ihm sein letztes Blut nimmst. Dann verwandelst du dich wieder in einem Menschen", sagte ihre Mutter schwach. 
Oriole nahm die Leiche ihres Vaters und begann zu saugen. Das noch warme Blut schmeckte seltsam, aber sie spürte, wie stärker wurde und sich schneller erholte. Sie bekam rasch ihre alte Gestalt und wusch sich das Blut vom Gesicht ab. 
"Hier können wir nicht mehr helfen. Sie ist zu schwer verletzt", sagte ein Mann, der sich ihre Mutter anschaute. 
Unter ihr hatte sich bereits eine riesige Blutlaache gebildet. Julianes Augen wurden glasig und ihre Hände sackten zu Boden.
Oriole konnte sich nicht mehr beherrschen und weinte fürchterlich. Die Frau von vorhin nahm sie tröstend in die Arme und sagte etwas. Aber sie hörte es nicht. In ihren Ohren rauschte es und sie starrte ihre toten Eltern an. 

Oriole löste sich aus der Umarmung und ging einige Meter.  
 "Warum musste das nur mir passieren? Der Tag begann doch so gut?", weinte Oriole einsam im Schneesturm. 
Einen Tag später kamen Rettungskräfte aus Windenburg und ihrer Heimat. Wie die anderen Überlebenden kam sie ins Krankenhaus. Sie durfte sogar die Wertsachen ihrer Eltern behalten. 
Sie schaute auf, als jemand Bekanntes ihr Namen rief. Es war der Cousin und Vampir ihres Vaters Cola Johann. Seine Frau Lazy nahm die Sachen ihrer Eltern entgegen und er setzte sich neben ihren Bett.
"Ich werde dafür sorgen, dass du alles lernst, was ich weiß. Für mich warst du immer wie eine Tochter und wirst es auch sein", sagte er und drückte ihre Hand.
Oriole sagte nichts und starrte wieder an die Wand.

 

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