Teil 10 - Besuch aus Sixam

Hannah Behr

Ich bin von zu Hause abgehauen. Meine Mutter und ihre Frau sowie ihre Schwägerin und deren Mann waren bereits seit einem Monat unterwegs. Sie haben mich wie gewohnt mit Kater Max alleine gelassen und wollten einige Zeit verreisen. Von Mama habe ich das zurückgelegte Geld entwendet und reiste nach San Myshuno. Ich mietete dort ein kleines Apartment und lebe dort nun mit meiner Füchsin Bacon. Papa habe ich wegen Kater Max benachrichtigt. Er hatte ihn sofort abgeholt und versorgt.



Da ich noch zur Schule ging, musste ich viel lernen.



Dies war mein kleines Apartment. Mit dem Nötigsten ausgestattet reichte es mir aus.



Die neuen Nachbarn waren neugierig auf mich und merkten nicht, dass ich log, als sie fragten, warum ich alleine lebe. Ich erklärte, dass meine Eltern die Wohnung finanzieren und ich die Erlaubnis habe alleine zu leben.



Bacon genoss eine strenge Erziehung, die gleichzeitig liebevoll war.



Leider stritten die Paare auch öfters und man hatte keine Ruhe in der Nacht.



Isabella Jones

Diesen Mann habe ich aus dem Wasser gefischt. Ich bin eine Meerjungfrau und wurde aus meiner Heimat Atlantis verband. So lange, bis ich den Idealmaßen einer Meerjungfrau entspreche. Das heißt schlanker werden. Und die roten Haare ablegen. Sie stehen in meiner Heimat für Verrat gegenüber dem Volk. Dies habe ich meiner Mutter zu verdanken, die den Werten des Meeres den Rücken kehrte und seit 17 Jahren auf dem Land lebt. Sie war die Königin meiner Welt und eine intelligente Frau. Aber sie hatte es satt, nur eine Deko für meinem Vater zu sein und zu allem Ja zu sagen. Sie wollte, dass Frauen frei sind und keine lebende Deko sind. Seit zwei Jahren lebe ich nun in Brindleton Bay am Strand mit meiner Katze Dixie. Ich lebe mit wenig Elektronik. Die einzige Elektronik sind mein Herd, der Kühlschrank und die Musikanlage. Alles andere muss ich mit Hand machen. Beruflich arbeite ich als Köchin. Dixie war nicht immer eine Katze. Sie war ein Traumfisch, die als Begleiter jeder Prinzessin tätig sind und Ratschläge geben. Als ich ging, wollte sie mit und verstoß damit gegen die Regeln der Traumfische. Am Land verwandelte sie sich in eine Katze mit drei Schwanzenden, die sprechen kann. Zurück nach Atlantis will ich immer noch. Aber die Pfunde gehen nicht weg.

Ich fand diesen Mann bei einer meiner Runden im Meer. Ein Komet kam aus dem All und schlug in meiner Nähe ein. Im Wasser öffnete sich der Felsen und der nackte Mann schwebte leblos kurz hoch, bevor er begann unterzugehen. Ich schnappte ihn mir und brauchte ganze zwei Stunden, bis er in meinem Schlafzimmer war. Beim seinem Abtrocknen ließ ich mir Zeit und konnte meine Augen kaum von seinem Körper lassen. Dazu untersuchte ich jeden Bauchmuskel seines Sixpacks genau und wurde rot vor Scham. Er atmete schwach, aber hatte Puls. Seine Verletzungen waren schwer und schienen aus einem Kampf zu kommen. Ich heilte sie und schaue nun seit drei Tagen regelmäßig nach ihm. Er schläft und schläft ununterbrochen. Wer weiß, wie lange er im Weltraum unterwegs war und um sein Leben kämpfte. Am liebsten hätte ich ihn ganze Zeit gestreichelt und nicht mehr losgelassen. Es klingt pervers. Aber ich habe selten die Gelegenheit, so einen Schönling mit einer besonderen Ausstrahlung zu beobachten. Auch wenn ich es stundenlang mache.



Vorsorglich kochte ich etwas mehr und Dixie fragte:
"Du magst diesen Mann, oder Prinzessin?"
Ich lief rot an und schüttete aus Versehen zu viel Pfeffer ins Essen.
"Wie kommst du darauf?", fragte ich verlegen zurück.
"Es ist dein Verhalten. Und du hast sehr verstörende Träume mit ihm", antwortete sie.
"Gehe gefälligst nicht immer in meine Träume. Und er ist eben wunderschön. Hast du nicht seine Aura gespürt?", sagte ich zu ihr und versuchte das Essen zu retten.
Dixie schien zu überlegen und sagte:
"Es stimmt. Er ist anders. Und nicht von diesem Planeten. Verrenne dich nur nicht in Träume, Prinzessin. Pass auf dich auf."
Sie verschwand wieder und ich schüttete das Essen in eine Schüssel.



Kyrill Star

Mein Name ist Kyrill Star. Ich bin der jüngste Sohn von Königin Fleur. Herrscherin der Sonne und von Sixam. Ich bin Attraktiv, Familienbewusst und Mutig.

Meine letzte Erinnerung war der Angriff der Feinde. Ich war mit meinen Geschwistern und Papa Neptun in den Kampf gezogen. Hinter uns stand eine riesige Armee von 2.000 Soldaten. Obwohl ich viel eingesteckt hatte, kämpfte ich immer weiter. Irgendwann spürte ich einen Schmerz in der Brust und spuckte Blut. Mir wurde schwarz und ich brach zusammen
"Prinz Kyrill ist schwer verletzt! Bringt ihn sofort ins Schloss!", hörte ich den General rufen und spürte, wie mich jemand auf einen Wagen brachte. Ab diesem Punkt verlor ich mein Bewusstsein.

Sonnenstrahlen weckten mich und mein Kopf dröhnte. Ich roch leckeres Essen und spürte, wie leer mein Magen war. Mit wackeligen Beinen stand ich auf und überprüfte meinen Körper. Meine Rüstung war fort. Sowie meine andere Kleidung. Meine Wunden waren verheilt und langsam wachte auch mein Körper wieder auf. Als ich rauskam, dachte ich, ich wäre im Mittelalter und alles wäre nur ein schlechter Traum. Kein Rechner. Kein Fernseher in dem Raum. Das Mobiliar alt und gebraucht. Am Tisch saß eine junge Frau mit roten Haaren und aß. Es war für zwei Leute gedeckt. Ihre Katze lag neben ihr und stand auf, als ich mich dem Tisch näherte.



"Setz dich doch", sagte die Frau.
Ich setzte mich und spürte sofort die Sprungfedern am Po. Mein Magen knurrte und ich verschlang regelrecht das Essen.
"Schmeckt es?", fragte die Frau.
"Ja. Ich heiße Kyrill Star und komme aus Sixam. Wie heißen Sie denn?", antwortete ich.
"Isabelle Jones", lächelte sie verlegen.
"Wo ist meine Kleidung geblieben? Ich hatte doch eine Rüstung an zuletzt", fragte ich sie verwirrt.
"Du warst schon so, als ich dich am Strand entdeckte. Ich weiß nicht, was mit deiner Kleidung passiert ist, aber ich habe Kleidung besorgt. Sie muss nur noch gewaschen werden", antwortete sie.
"Du bist eine Meerjungfrau. Ich kenne aus meiner Heimat Meerjungfrauen, die auch auf dem Land lebten und Beine wie du hatten", sagte ich plötzlich.
Sie schien mit sich zu ringen und sagte:
"Es stimmt. Vor mehreren Tagen stürzte deine Rettungskapsel ins Meer und ich habe dich nackt aus dem Wasser geholt. Deine Wunden geheilt. Dixie ist ein Traumfisch."
Dixie musterte die Situation vorsichtig und sagte:
"Warum kommt jemand wie du auf die Erde? Da muss was Schlimmes passiert sein."
"Wir wurden angegriffen und ich im Kampf schwer verletzt. Was danach kommt, weiß ich nicht. Hoffentlich lebt noch jemand aus meiner Familie und sie konnten unser zu Hause retten", räumte ich traurig ein.
"Ich lebe hier, weil ich meiner Familie nicht ins Bild passe. Hässlich wurde ich ständig genannt", erzählte Isabella.
Trotz Übergewicht war sie hübsch. Wie konnten es nur andere als hässlich empfinden.



Da ich schlecht in meinem Outfit rauskonnte, wusch sie meine Kleidung und hing sie zum Trocknen auf. Hier ist es so idyllisch und ruhig. Die fehlende Technik ergänzt das Bild von der Gegend sogar.



Eine Unterhose hatte sie überm Kamin aufgehängt. So hatte ich zumindest etwas zum Anziehen. Auch wenn es nicht viel war.



Den restlichen Tag redeten wir beide viel und lernten uns kennen. Ich mochte Isabella. Ihre liebe Art und Freundlichkeit.



Isabella

Im Keller habe ich einen kleinen Pool, wenn ich keine Zeit fürs Meer habe. Dort denke ich immer wieder an Vaters Worte.
"Komm erst wieder, wenn du meinem Ideal entsprichst und verheiratest werden kannst!", rief er mir wütend hinterher, als ich fortging.
Dixie setzte sich für mich ein und wurde ins Exil geschickt. Wir beide sind lange gereist und dann in Brindleton Bay gelandet. Da stand ein altes Haus leer und ich mietete es für uns. Nahm einen Job an, um die Kosten zu decken. Dixie steht mir immer noch zur Seite und ist sehr treu.



Kyrill

Ich zog noch draußen schnell saubere Kleidung an und nahm die Wäsche von der Leine. Isabella war schnell fort gewesen, nachdem sie mir von ihrer Vergangenheit erzählt hat. Sie kann froh sein, von diesen Vater verjagt zu werden. Wer so mit dem eigenen Kind umgeht, bekommt es irgendwann mit einem Bumerang wieder.



Die Betten waren sehr unbequem und hart. Was soll man denn sonst von einem Klappbett und einem Bett aus alten Obstholzkisten erwarten.



Mit der Zeit fand auch ich einen Job als Erzieher und genoß die Zeit mit Isa.



Als sie mich küsste, war ich überwältigt. Es war nicht mein erster Kuss wie für sie, aber ich fühlte zum ersten Mal echte Liebe. Und diese Liebe machte den ersten Kuss zwischen uns zu etwas Besonderen.



In der Freizeit handwerke ich neuerdings gerne und vermisse nicht mehr die Technik.



 Dies ist unser Haus und ein großes Streitthema. Bald brauchen wir mehr Platz und sie meint, dass unser Kind ja bis zum Erwachsenenalter bei uns im Schlafzimmer leben kann. Aber ich meine, es braucht irgendwann eigenen Wohnraum für sich. Als Kleinkind geht es noch, aber in der Schule wird es sicher gemobbt werden, wenn ich jetzt nichts mache.



Ihre Schwangerschaft fiel erst sehr spät auf. Sie war noch nie schlank und ihr Fett versteckte das Kind. Aber jetzt sieht man leicht etwas. Und ich freue mich auf unser Kind. Mein Chef erlaubt mir sogar, dass ich mein Kind auf die Arbeit mitnehmen darf, wenn es alt genug ist.











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