Teil 7 - Kates großer Fehler

Bob Pancakes wusste erst kürzlich, dass er unfruchtbar ist. Desto geschockter war er über Elizas plötzlicher Schwangerschaft. Eigentlich wollte er ihr sagen, dass er keine Kinder bekommen kann, aber ihre Nachricht, dass sie ein Kind erwartet, änderte seine Meinung. Er würde das Kind wie sein eigenes Blut behandeln und Eliza nichts von seiner Schwäche erzählen. Seine größte Angst war, dass sie ihn verlässt und mit der Affäre abhaut. Bei Nalas Geburt war er von der Hautfarbe irritiert, aber er kannte die Fengs, die blaue Haut haben. Also muss ein Feng der Erzeuger sein. Er wollte Eliza alleine lassen, damit sie sich etwas ausruhen kann.

Nala ähnelte immer mehr ihrem unbekannten Vater. Eliza schien sogar ein schlechtes Gewissen zu haben. Sie kämpfte seit Nalas Geburt um seine Liebe und vermied seine Blicke, wenn er in ihrer Nähe ist.



Nala sieht heute ein bisschen von Vance und Eliza aus. Ihr Vater ist für sie Bob Pancakes, der immer für sie da war. Ihre Mutter geht ihr immer aus Weg und meidet den Kontakt. Nala sucht immer wieder den Kontakt, aber die Abweisungen der eigenen Mutter tun ihr sehr weh. Wird ihre Mutter sie jemals lieben?



Prolog Kate

Jamie und Vance waren in San Myshuno verabredet. Sie wohnte nun alleine mit Waschbär Cashew in einem kleinen Apartment und ging ihrem Job als Informatikerin nach. Wie besprochen erschien Vance am Hauptbahnhof und sah sofort sein kleines Mädchen.
"Hier bin ich", rief er freudig.
Seit ihrem Auszug vor drei Monaten hatte er sie nicht mehr gesehen und freute sich über jede Minute mit ihr, wenn man zusammen unterwegs war. Sie kam ihn glücklich entgegen und fiel ihm um den Hals.
"Papa, ich muss dir einiges zeigen in der Stadt", sagte Jamie lächelnd.
Vance kannte die Stadt. Aber nur die Gassen und den Untergrund. Jamie zeigte ihm den ganzen Tag Lokalitäten und die Sehenswürdigkeiten wie das örtliche Museum oder den Park. Da es für die Rückreise zu spät wurde, bot ihm Jamie an, bei ihr zu übernachten.
Beide gingen zum Aufzug von ihrem Apartmenthaus und mehrere Männer umkreisten sie. Einer schnappte sich Jamie und hielt ein Messer vor ihrer Kehle.
Sie weinte und wimmerte nur Papa. Vance hatte keine Waffe dabei und spürte im nächsten Moment einen Schlag, der ihn ohnmächtig werden ließ.

Er wurde von einem Weinen wach und spürte einen stechenden Schmerz im Kopf. Langsam öffnete er seine Augen und sah nur einen Keller. Jamie lag mit zerrissener Kleidung und weinend in der Ecke.
"Jamie, was ist passiert?", fragte er leise.
Sie schaute ihn verweint an und das Öffnen einer Türe war zu hören. Zwei Männer kamen rein und zerrten seine Tochter hoch. Sie schaute sie entsetzt an und er schrie:
"Lasst die Finger von ihr!"
Einer der Männer kam zu ihm und sagte:
"Dornröschen ist aufgewacht. Gleich holen wir auch dich und foltern dich auf eine Weise, die man sich nie wünschen würde. Sie spielt eine Rolle darin."
Vance bekam vor Schock große Augen und sah ein höhnisches Lächeln auf den Lippen seines gegenüber.
Er hörte seine Tochter weinen, als man sie mitnahm. Eine halbe Stunde später war er in einem anderen Raum und sah seine nackte Tochter gefesselt auf einem Bett. Die schlimmsten Gedanken schossen ihm durch den Kopf. Er malte sich aus, was sie mit ihr machen wollen oder bereits getan haben.
Es kamen mehrere Männer in den Raum und begutachteten ihre Beute. Er war gefesselt und konnte nur zusehen, was sie ihr antaten. Ihre Schreie und Wimmern waren wie ein Echo in dem Raum. Einer der Männer holte einen  Baseballschläger und kniete sich vor ihm hin.
"Deine Tochter war so unschuldig. Das Ganze ist deine Schuld. Denk mal nach, was du unseren Boss angetan hast", sagte der Mann.
Vance überlegte und er wusste, wovon er sprach.
"Ich hatte einen Auftrag. Wenn ihr sie gehen lässt, nenne ich den Auftraggeber", sagte er und biss sich beinahe auf die Zunge.
"Man kann ja kooperativ sein, wenn die eigene Tochter missbraucht wird. Der Adler gab den Auftrag, oder?", fragte der Mann.
Vance schwieg und spürte sofort einen Schlag von den Baseballschläger. Er schmeckte Blut und fühlte etwas Warmes über sein Gesicht laufen. Er hätte diesen Auftrag nie annehmen dürfen. Aber das viele Geld war sehr verführerisch gewesen.
"Sag schon, war es der Adler", forderte sein Gegenüber ungeduldig.
Zwei Männer hoben ihn an und Vance rechnete mit dem Baseballschläger. Stattdessen kam ein Schuss und sein Knie sackte weg. Er schrie vor Schmerzen und einer der Männer riss seinen Kopf hoch. Der rauchende Revolver wurde an seinem Hals gehalten und er schluckte.
"Ja", krächzte er mit Schmerzen.
Der Revolver wanderte zu seinem Oberschenkel und ein weiterer Schuss wurde abgegeben. Dann wanderte das warme Metall zu seinem Bauch und ein erneuter Schuss ging los. Vance spuckte Blut und sah bereits seinem Ende entgegen. Er hatte viel Blut verloren und wollte zumindest seine Tochter retten.
"Bitte lässt sie gehen", forderte er schwach.
Der eine Mann nickte und ließ sie beide von den Ketten befreien. Die Männer gingen fort und Jamie rannte zu ihrem Papa.
"Bitte stirb nicht, Papa. Bitte nicht", wimmerte sie und drückte ihn an sich.
Vance wurde immer müder und schloss langsam seine Augen. Er hörte das Blut in seinen Ohren rauschen und das Wimmern seiner Tochter. Unter ihm wurde die Blutlaache rasch größer und er begann zu frieren.
Seine Augen wurden immer glasiger und Jamie schrie:
"Papa, bleib bei mir. Halte einfach nur durch."
Schritte ertönten aus der Ferne und ein Mann rief umschauend:
"Hier ist die Polizei! Zeigen Sie sich sofort und nehmen die Hände hoch."
Eine Taschenlampe blendete Jamie und den Leichnam ihres Vaters. Sie starrte die Polizei mit leeren Blick an und weinte aufgelöst los.
"Wir brauchen sofort einen Notarzt und zwei Krankenwagen. Auf der Stelle", rief einer der Polizisten und schaute nach Vance.
Seine Augen waren geschlossen und die Arme lagen leblos auf dem Boden. Der Polizist änderte seinen Funk und sagte:
"Wir brauchen nur einen Krankenwagen, die Spusi und den Gerichtsmediziner. Einer der Opfer ist verstorben."

Eine Stunde später war um den Tatort alles abgesperrt. Jamie war im Krankenhaus und wurde von einem Psychiater betreut. Wie ihre Mutter, Oma und Tante. Der Tatort war eine leere Fabrik. Die Polizei untersuchte jede Ecke des riesigen Gebäudes und sicherte die kleinste Spur. An diesem Tag starb Jamies Lebensfreude und verwandelte sich in Einsamkeit und Misstrauen gegenüber fremden Menschen.



Kate hatte den Verlust ihres Vaters mit einer Therapie einigermaßen verkraftet. Sein Tod gab ihr die Kraft, den Weg eines Agenten zu beschreiten. Keiner sprach mehr darüber. Gerade nicht in Jamies Gegenwart. Sie litt fünf Jahre nach den Ereignissen immer noch unter den Folgen des Missbrauchs und den Verlust ihres Vaters. Cashew verteidigte sein Frauchen mit allen Mitteln, um sie vor Leid zu bewahren.



Lily verfiel dem Alkohol und war selten nüchtern. Kate war ein Teenie, als ihr Vater starb. Dazu stark. Aber Lily war es nicht. Sie vermisste ihren Mann und musste einsehen, dass sie ihn wirklich noch liebte. Ihre Tochter Jamie war ein psychisches Wrack. Sie konnte ihr kleines Mädchen nicht beschützen. Wie sollte sie dann Kate beschützen?



Kate schaffte für ihre Mutter die Hündin Ramzie an. Dazu schmiss sie den Haushalt. Ramzie bewirkte wirklich eine Verbesserung. Lily trank weniger und nahm Hilfe im Form eines Entzugs an. Nach dem Entzug erzählte sie ihrer Tochter, wie schwer es war, ihre Depression zu bekämpfen. Jetzt ist sie trocken und nimmt Medikamente.



In Ramzie hatte sie einen treuen Gefährten gefunden, die sie immer unterstützt und beschützt.



Als Lily sich neu verliebte und dieser mit seinem Sohn einzog, zog Kate nach Windenburg. Ihre Mutter war wieder die Alte und hatte jemanden an ihrer Seite, der auf sie  ein Auge hat. Kate schaffte sich den Zwergspitzmischling Törtchen an. Die Hündin ist sehr treu und liebt die Nähe von ihren Frauchen.



Manchmal kam Lily vorbei und schaute nach dem Rechten. Dazu brachte sie gerne Gemüse und Obst aus dem eigenen Garten mit.



Kate redete viel mit Törtchen, weil sie noch keine Kontakte in der Stadt hatte. Die Menschen waren oberflächlich und tratschten eher über sie. Dazu waren die Kollegen noch schlimmer. Sie musste von ihrem Partner die Arbeit übernehmen, während dieser mit den anderen Kollegen Kaffee trank. Das stand zumindest nicht im Vertrag, als sie ihn unterschrieb.



Joaquin Le Chien war ihr erster echter Kontakt. Der Franzose gab ihr einen Rat: Lasse die Finger von seinem Bro Sergio Romeo. Dieser will nur seinen Spaß und Frauen das Herz brechen. Sergio hörte alles und spielte Entrüstung vor. Es stimme doch nicht. Er sucht nur nach der Richtigen und probiert gerne Frauen aus. Kate war sehr verunsichert und wusste nicht, wer die Wahrheit sagt.



Aber sie hörte nicht auf Joaquin und wurde schwach.



Jamie wurde neugierig auf Sergio, nachdem ihre Schwester von ihm schwärmte. Vorsichtig überwand sie ihre Ängste und musterte den Fremden erstmal.



Kate plagte seit dem Ausflug zu den Klippen eine seltsame Übelkeit. In der Sauna wurden diese mit dem Dampf verstärkt.



Als Sergio bei einem anderen Treffen auf Toilette war, vertraute sich Kate ihrer Schwester an.
"Schwester, ich bin schwanger. Heute morgen habe ich einen Test gemacht und der fiel positiv aus. Was soll ich tun? Ein Baby in meiner Lage würde kein gutes Leben führen", erzählte Kate.
"Sage es dem Kindsvater. Er muss bescheid wissen", sagte Jamie und stand auf, weil sie auf Toilette musste.
In dem Moment war Sergio wieder da und Kate sah ihre Schwester weggehen.
"Sergio, ich schwanger von dir", sagte Kate kleinlaut.
"Lass es nur ein Witz sein. Ich will keine Kinder. Vielleicht ist ein anderer Typ der Vater. Oder du irrst dich komplett und bildest dir alles nur ein", sagte er panisch und heulend vor Schock.
Kate war entsetzt von der Reaktion.
"Leider nicht. Es steht fest", sagte Kate traurig.
"Dann treibe sofort ab. Mach es für mich. Für uns. Für deine Zukunft. Willst du alleinerziehend und arm sein? Deinen Job aufgeben müssen?", wandte er ein.
Es kamen der Kellner mit dem Essen und Jamie setzte sich wieder. Sie sah sofort, dass etwas nicht stimmte.
Nach dem Essen fragte Sergio:
"Hast du über meinem Wunsch nachgedacht? Ich zahle nie im Leben für dieses Kind Unterhalt. Darauf kannst du wetten. Also bleibt die Abtreibung."
Kate rannte weinend raus und Jamie nahm ihre Suppe. Sie schüttete diese über Sergio aus und schrie:
"Wir werden dich verklagen! Sie bekommt dein Kind und du zahlst gefälligst. Und komm nicht mehr mit Abtreibung an. Das kommt nicht in Frage."
Die Leute an den anderen Tischen drehten sich um und schauten sich die Szene an. Sergio war rot vor Wut und rief zurück:
"Sie wird es abtreiben! Weil sie mich liebt und behalten möchte."
Jamie ohrfeigte ihn und zahlte das Essen von ihr und ihrer Schwester. Dann ging sie wütend davon und Sergio saß blamiert auf seinem Stuhl. Eltern schauten ihn verachtend an und der Kellner wollte die Rechnung beglichen haben.
Sergio knallte das Geld auf dem Tisch und eilte aus dem Restaurant.







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