Prolog Maxiliane Ice

Vor einer Woche im Hause Charles in Willow Creek

Maxiliane war mit ihrem Demütiger ganz alleine im Haus. Ihre Schwestern Teenager Vivien und Mittelschülerin Yves waren auf einer mehrtätigen Schulfahrt und ihre Mutter Tiffany beruflich auf Reisen. Sie mochte noch nie ihren Stiefvater. Seit seinem Einzug vor drei Monaten nach der Hochzeit mit ihrer Mutter schaute er sie immer komisch an. Anzüglich an. Immer, wenn beide alleine im Raum waren, kam er ihr näher als gewollt. Streichelte ihre Oberschenkel. Ließ seine Hände nach oben wandern. In diesen Momenten weinte Maxiliane jedes Mal still und hoffte, dass jemand ihr hilft und diesen Mann aus dem Haus wirft. Ihre verliebte Mutter glaubte ihr die Geschichten nicht und verteidigte jedes Mal ihren Mann. Maxilianes Ernüchterung kam schnell. Immer wieder drang er in ihre Privatsphäre ein und filmte sie sogar beim Duschen. Fasste sie an, wenn ihre Mutter nicht im Haus war. Maxiliane wollte ihre Geschwister beschützen und tolerierte bisher sein Verhalten. Aber sie konnte nicht mehr. In der Schule wurden die Noten schlechter und sie hatte Angst vor männlichen Personen. Auch wenn sie nicht Böses von ihr wollten. Ihre ganze Sorglosigkeit von einst war verschwunden. Sie wollte sich nur noch im Zimmer einschließen und alleine sein. Und sie hatte nur noch Angst. Angst vor seinem Schritt. Sie trug sogar schon Kleidung, die ihre weiblichen Formen versteckten. Machte sich extra hässlich. Aber diese Taten halfen nichts. Es schien ihn sogar mehr zu motivieren, diesen letzten Schritt zu machen. Sie endgültig zu brechen.

Erst zwei Wochen zuvor passierte im Haus ein Unfall. Sie und ihr Stiefvater waren mal wieder alleine und sie las im Wohnzimmer ein Buch. Aus der Ferne hörte sie seine Schritte und versuchte sie zu ignorieren. Dann qietschte das Sofa und sie fühlte, wie seine Hand unter ihre Bluse ging. Tränen liefen ihr die Wangen. Im Stillen rief sie Hilfe, aber sie bekam kein Ton heraus . Er öffnete ihre Bluse und nun konnte auch sie ihn nicht mehr ignorieren. Sie nahm ihr Buch und wollte ihn damit schlagen, aber er war schneller und schlug ihr das Buch aus der Hand. Dabei fiel sie vom Sofa und kroch Richtung Fenster. Sie würde sogar schwerste Verletzungen auf sich nehmen, um nur zu entkommen. Er schnappte sie am Fuß und zog sie zu sich. Panisch griff sie nach allem, was sie bekommen konnte. Tränen verwischten ihre Sicht und laute Schreie kamen aus ihrer Kehle. Da sie keine Nachbarn hatten, konnte sie keiner hören. Wanderer hielten es sicher für den Fernseher. Dann zog er sie am Kaffeetisch vorbei und sie konnte sich ihr Buch schnappen. Sie warf es ihm an den Kopf und rannte heulend zum geschlossenen Fenster. Im nächsten Moment klirrte es und überall waren blutige Fenstersplitter neben dem Haus zu sehen. Die Splitter schwammen mit Blut davon. Maxiliane lag bewusstlos auf dem Boden und blutete stark. Ihr Körper war mit Schnitten übersehen. Er starrte sie entsetzt an und machte nichts. Stattdessen simulierte er einen Einbruch, der mit ihren Verletzungen endete und verließ panisch das Haus. Vivien fand das Haus eine Stunde später verwüstet vor und ging einmal rum. Dabei entdeckte sie ihre ältere Schwester und begann zu Weinen. Sie dachte, Maxiliane sei Tod. Sie rief die Polizei und einen Krankenwagen. 

Maxiliane wachte einen Tag später im Krankenhaus auf und hatte schlimme Schmerzen. Bis eine leichte Gehirnerschütterung, geprellten Rippen und Schnittverletzungen hatte sie nichts abbekommen. Atmen fiel ihr schwer und die Rippen schmerzten dabei. Vivien saß neben ihr und hielt ihre Hand.
"Maxi, was ist passiert?", fragte Vivien besorgt.
Maxiliane weinte und sagte kalt:
"Du glaubst mir doch sowieso nicht. Wie Mama."
Vivien schüttelte ihren Kopf und deutete an ihr zuzuhören.
"Unser Stiefvater hat mich angefasst und wollte mehr. Aber ich konnte mich wehren und floh durchs geschlossene Fenster", sagte Maxiliane weinend.
Vivien hielt sich den Mund vor Schock zu und schien zu überlegen.
"Das Haus war verwüstet. Es sah nach Einbruch aus. Aber alles war noch da. Du musst der Polizei erzählen, was er dir angetan hat", sagte Vivien entschlossen.
Maxiliane schüttelte ihren Kopf und fiel heulend in die Arme ihrer Schwester. 
"Ich kann nicht. Mama glaubt mir nicht und die Polizei glaubt sicher ihm. Man kann doch nicht beweisen, dass er so ein Mensch ist", schluchzte Maxiliane.
"Dann finden wir die Beweise oder filmen seine Tat. So wie du dich verändert hast macht er es sicher länger. Dabei wirkte er so nett und freundlich die ganze Zeit", sagte Vivien nachdenklich.
Vivien nahm gegen Ende ihres Besuches Maxiliane das Versprechen ab, keinem davon etwas zu sagen. Sie wolle es selbst lösen und sie beschützen. Vivien verstand ihr Verhalten nicht, da sie kein kleines Kind mehr ist. Aber sie musste Wort halten. 

Eigentlich hatte Maxiliane die letzten Tage bei ihrer besten Freundin Faith Bunch geschlafen. Sie fühlte sich nicht sicher in dem Haus mit diesem Mann. Seit sie Vivien vor zwei Wochen von ihrem Leid erzählt hatte, hatte sie Veränderungen bemerkt. Vivien war immer in ihrer Nähe und der Stiefvater konnte sich ihr nicht nähern. Nun musste sie wieder in dieses Haus zurück, um ein paar Sachen zu holen. Sie bemerkte nicht, dass er auch da war und die Haustüre bereits abgeschlossen hatte. Vor dem Haus wartete Maxis Lover Peter, der sie mit seinem Wagen fortbringen wollte. Zu einem sicheren Ort. Der Koffer war schnell gepackt und alles drin, was ihr Wichtig war. Dieses Haus würde sie so schnell nie wieder betreteten. Verräterisch leuchtete der Vollmond im Himmel und beleuchtete ihr Zimmer. Sie hatte den Koffer bereits auf dem Boden gestellt und schaute nochmal nach, ob alles Wichtige aus den Schränken raus ist. Plötzlich hielt ihr jemand den Mund zu und sagte nur:
"Du hättest nicht zurückkommen sollen, meine Schönheit."
Es war er. Sie schlug um sich, aber er konnte sie fassen und auf dem Bett schmeißen. Er löste bereits seine Gürtelschnalle, während sie weinend auf dem Bett lag. Sie hörte seine Hose auf dem Boden fallen und spürte, wie er sich an ihre Kleidung zu schaffen machte. 
"Peter, hilf mir!", schrie sie laut.
Peter hörte es und versuchte es durch die Haustüre. Aber diese war verschlossen. Er zog seine Handschuhe an und suchte einen Stein. Der Stein flog krachend durch das Fenster der Türe und er konnte sie endlich öffnen. Bewaffnet mit einer Pfanne aus der Küche rannte er hoch. Aus Maxis Zimmer kam ein männlicher Schrei und es schien etwas vom Bett zu fallen. Peter öffnete die Türe und sah Maxi heulend mit einem Slip bekleidet und die Jeans in der Kniekehle auf dem Bett hockend. Neben dem Bett lag der bewusstlose blutende Stiefvater, der offenbar die Nachttischlampe überm Kopf bekommen hatte. 
Peter kroch zu ihr und drückte sie vorsichtig an sich. Er küsste sie auf dem Kopf und sagte:
"Zieh dich an und ich kümmere mich um ihn."
Sie schaute ihn verheult an und nickte. Während sie ihre Jeans anzog, schleppte er den Stiefvater mit dem Teppich aus dem Schlafzimmer von Maxi ins Bad. Dort entkleidete er ihn und ritzte ihn etwas auf die Brust. Etwas, was Frauen vor ihm warnen sollte. Er legte ihn in die Wanne und rollte den Teppich zusammen. Maxi stand mit dem Koffer und verstört schauend in der Türe.
Beide gingen zum Wagen und packten den Koffer ein. Dazu alle Spuren und Hinweise, die zu ihrer Tat führen könnten. Als er losfuhr, schaute er auf die verweinte Maxi neben sich und sagte:
"Jetzt bist du frei. Für immer. Er kann dir nichts mehr anhaben."
Sie schaute ihn an und nickte stumm. Peter fuhr los und wünschte sich für sie eine Zukunft, wo sie dieses Ereignis verarbeitet hatte.

Am nächsten Morgen war schon von Weitem das Blaulicht des Krankenwagen zu sehen. Tiffany, Yves und Vivien eilten zum Haus und wurden von der Polizei gestoppt. 
"Madame, Sie dürfen den Tatort nicht betreten", sagte ein junger Polizist.
"Ich bin die Besitzerin des Hauses. Tiffany Charles. Warum darf ich nicht in mein Haus?", fragte sie empört.
Ein älterer Polizist in ziviler Kleidung winkte den jungen Polizisten zu sich und dieser kam rasch zurück.
"Sie können durch. Aber ihre Töchter bleiben lieber im Streifenwagen bei einer Kollegin. Ist besser so für sie", sagte der junge Polizist.
Die Frauen schlüpften unter das Polizeiband durch und alle machten, was man ihnen sagte. Der ältere Polizist entpuppte sich als ein leitender Ermittler und erklärte Tiffany den Sachverhalt.
"Ihr Gatte wurde schwer verletzt in der Badewanne gefunden. Von Ihrer Haushälterin. Das Bild war sehr verstörend für sie. Er hatte eine schwere Kopfwunde und eine unschöne Einritzung. Ihre Haushälterin hat sofort die Polizei und einen Krankenwagen gerufen. Nachdem sie alles erzählt hatte, hatte sie einen Nervenzusammenbruch und sitzt nun im RTW. Ihr Gatte wurde mit einem Helikopter ins Krankenhaus geflogen. Es steht nicht gut um ihn", erklärte er sachlich.
Innerlich brach Tiffany zusammen. Wer sollte ihrem Mann sowas antun.
"Wir ermitteln in allen Richtungen. Immerhin kann der Täter aus seinem Umfeld kommen", sagte der Ermittler. 
Tiffany setzte sich zu ihren Töchtern und erzählte ihnen, was passiert ist. Vivien verhielt sich seltsam. Aber vielleicht kam es auch von der Situation. 

Jetzt

Maxiliane

Ich habe mein altes Leben in Reichtum endgültig aufgegeben. Dieses Haus wollte und konnte ich nicht mehr betreten. Die Erinnerungen an diese Nacht hatten sich in meine Seele gebrannt. Zumindest Peter hielt sein Wort. Er setzte mich vor einer Ruine ab und erzählte, dass dieses Haus ihm gehöre. Seit dem Tod seiner Mutter. Er hatte ein paar Möbel reingestellt, damit ich zumindest das Nötigste besaß. Geld musste ich mir mit Tonnentauchen verdienen. Eher mit den Objekten, die die Leute wegschmeißen.



Neben Peter wusste nur Faith wo ich nun lebe. Sie war sehr sprachlos. Mein aktueller Lebensstil war nicht das Gleiche wie damals. Ich besaß nichts mehr.



Ich hatte einen Job als Teilzeitkraft nach der Schule angenommen und musste selber kochen. Es schmeckte fürchterlich.



Eine alte Luftmatratze war mein Bett.



Ich besuchte immer noch die Schule. Immerhin war ich ein Teenie und schulpflichtig.



Ich sammelte in der Natur Sachen, die ich verkaufte. Lebensmittel lagerte ich.



Eine örtliche Shisha-Bar nutzte ich zum Entspannen, wenn ich Sport gemacht habe.



 

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