Teil 4 - Romano Ice

Maxiliane

Ich war in der zweifachen Mutterrolle total überfordert. Beide Kinder wollten immer etwas von mir und von Azuro gab es keine Unterstützung mehr. Er begann sich von uns zu distanzieren. Vielleicht wäre ich besser dran, wenn ich nicht sofort mit ihm ein Paar geworden wäre.



Isetta

Ich fühle mich so einsam. Mama hängt immer an dem PC und macht dort etwas. Oder kümmert sich nur um meinen Bruder. Von Papa kann keine Rede sein. Er meldete sich teilweise gar nicht mehr bei uns oder kam betrunken nach Hause. Dann schrie ihn Mama immer an und er schlug die Schlafzimmertüre so laut zu, dass Romano wach wurde und sofort weinte. Als würde er die Spannung spüren, die im Haus herrschte. Ich hatte Mr. Teddy, dem ich alles anvertraute. Wo wir wohnten gab es keine Kinder, mit denen ich rede konnte und selbst wenn es Kinder geben würde, würde ich nie meine Familiensituation erwähnen. Ich bin sicher an der Situation schuld, die jetzt ist. Wenn es mich nicht geben würde, würde es Mama und Papa sicher besser gehen.



Tante Yves kam vorbei und ich heulte mich bei ihr aus.
"Mausi, du bist nicht schuld an die Probleme in deiner Familie. Die Erwachsenen sind schuld daran. Sie haben Probleme miteinander und reden nicht darüber. Ich rede mit deiner Mama, damit sie wieder mehr Zeit mit dir verbringt. Es geht einfach nicht, dass du so vereinsamt. Deine Mama liebt dich sicher mehr als du denkst, aber sie ist mit allem überfordert. Immerhin muss sie Mutter, Hausfrau und Freundin sein. Das ist sehr anstrengend", sagte Tante Yves.
"Ich kann Mama doch helfen. Warum sagt sie denn nichts?", fragte ich sie.
"Das ist schwer zu erklären. Sie will dich nicht mit ihren Problemen belasten. Leider hat sie in diesem Punkt total versagt", erklärte sie nachdenklich.
Ich musste einfach weinen und war froh, dass mich Tante Yves drückte.




Azuro

Yves ist eine wunderschöne junge Frau geworden und hatte mein Herz sofort erobert. Ich sah, wie sie sich gerade von Isetta verabschiedete und ins Haus wollte. 
"Yves, warte doch mal", sagte ich und hielt sie an der Hand fest.
Sie zog ihre Hand aus meinem Griff und schnauzte mich an:
"Was fällt dir ein, so mit meiner Schwester umzugehen?! Trenne dich von ihr, wenn du keine Lust mehr auf sie hast!"
Ich war erstarrt nach ihrem Worten und wusste nicht, wie ich reagieren sollte. Isetta lief weinend ins Haus und mir wurde klar, dass ich mich entscheiden musste. 




Mir wurde mittlerweile klar, dass ich mich in Shirley verliebt habe. Unser erster Kuss kam aus dem Herzen und sie war zunächst überrumpelt, aber dann küsste sie auch mich und gab mich hin. Und ihren Gelüsten. 
"Shirley, sollen wir ein Paar sein?", fragte ich sie nach unserem Abenteuer.
"Schon, aber kläre erst alles mit Maxiliane. Sie hat mit dir Kinder und ich. Ach, vergiss es", sagte sie und winkte ab.
"Was ist los?", fragte ich besorgt.
"Ich bin schwanger. Von letzten Mal. Nur du kannst der Vater sein", antwortete sie drucksend.
"Dann zieh bei mir ein. Ich werde mich um dich und Maxi und die Kinder kümmern", schlug ich enthuastisch vor.
"Ich ziehe aber ungerne bei dir ein. Wegen ihr", sagte sie.
Ich gab ein Argument. Wir zogen uns aus und gaben uns erneut hin. 




Ihre Sachen waren schnell gepackt und wir erschienen mit ihren Sachen. Maxi machte große Augen und wurde sehr wütend. Sie hatte Besuch von Freunden, die nur die Köpfe schüttelten. Eine nahm sich Isetta an und führte sie nach draußen, damit sie nicht alles mitbekommt.



Nachdem die Freundinnen meiner Frau die Kinder entfernt hatten, atmete sie durch und sagte:
"Ich kann es einfach nicht. Dich mit ihr teilen. Du musst dich entscheiden. Ich habe keine Lust mehr auf die Fassade für die Kinder. So lange du nicht weißt, was du willst, ziehe ich mit den Kindern nach Windenburg. Dort besitzt meine Familie ein Haus mit ausreichend Platz  für drei Leute. Du kannst sie natürlich immer besuchen, aber melde dich nur wegen den Besuchen bei mir, verstanden."
Ich war sprachlos und Shirley schaute mich mit großen Augen an. Maxiliane machte für sie Platz und das freiwillig. 



Maxiliane

Mit den Kindern zog ich nach Windenburg. Das Haus meiner Uroma besitzt drei Schlafzimmer, zwei Bäder, eine Küche und ein Wohnzimmer. Dazu ist das Mobiliar etwas neuer als das in Oasis Springs.  Beide Kinder haben nun ein eigenes Zimmer und das heißt Ruhe für mich. Keine Isetta, die nörgelt, weil sie im Kleinkindzimmer schlafen muss. Romano hatte sein kleines, eigenes Reich. Ich hatte es Kleinkindgerecht umgestaltet und nun liebt er sein neues zu Hause. Die ersten Nächte machten ihm große Angst und ich musste ihm in den Schlaf lesen.



Wenn die Kinder schliefen, las ich zum Entspannen ein Buch. Vor dem alten Kamin.



Manchmal brachte ich Romano Essen nach oben, wenn ich es eilig hatte. Der Tagesmutter teilte ich dann mit, dass sie das Bettzeug waschen musste.



Isetta

Mama kümmerte sich mehr um mich, aber trotzdem war ich immer noch sehr einsam. Dafür gab es aber diesmal Kinder in der Gegend und diese lenkten mich von meinen Problemen ab.



Mama wirkte immer so müde. Trotzdem machte sie alles, damit es uns gut geht.



Papa schenkte mir zum letzten Geburtstag ein Tagebuch. wo ich alle meine Gedanken reinschreibe, bevor ich schlafen gehe. Mama hinterlasse ich immer Nachrichten und weinte dabei, weil ich mich so vernachlässigt fühlte.



Eines Nachts hörte ich eine schrille Stimme und wachte erschrocken auf. Romano stand weinend im meinem Zimmer und ich stand auf. Vorsichtig kniete ich mich vor ihm hin und fragte:
"Was ist passiert?"
"Traum böse", antwortete er schluchzend. 
Ich drückte ihn ganz fest an mir und fühlte seinen zitternden Körper. Da fragte ich mich, wie viel er mitbekommen hat in den letzten Monaten. 



Maxiliane

Ich träumte gerade schön und dann weinte mein Liebhaber:
"Mama. Mama."
Langsam öffnete ich meine Augen und entdeckte Romano im Schlafzimmer. Ich stand auf und beruhigte ihn. 



Als er endlich wieder schlief schaute ich auf dem Kalender. Da war ein rotes X mit Isetta und Romano. Beide Kinder hatten Geburtstag und ich hatte noch keinen Kuchen. Da ich eh nicht mehr schlafen konnte, backte ich ein Kuchen. Dann erspare ich mir die Arbeit später.



Isetta wurde Materialistisch und Romano ein Naturfreund. Sie sah im Ernst teure Klamotten als Elternliebeersatz. Im Gegensatz zu ihrem Bruder, der gerne angelte und sehr bescheiden war.








 



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