Teil 14 - Der Tod kommt

Tony

Ich war so traurig. Don hatte mich mal wieder betrogen und ich fühlte mich wie ein Idiot. Ständig glaubte ich seinen Entschuldigungen und gab ihm eine Chance. Bella spürte meine Trauer und versuchte mich immer zu trösten. Selbst ein Umzug nach Windenburg konnte meine innere Wunde nicht schließen und ich wurde immer depressiver.



Dann platzte mir der Kragen und ich warf Don aus dem Haus. Er drohte mir an, keinen Unterhalt für Bella und mich zu zahlen. Ich dachte nur, er sagt es in dem Moment des Zorns.



Dann hörte ich von einem neuen Kollegen aus Oasis Springs, der in meinem Salon Praktikum machen wollte. Die Frauen waren schon total aufgeregt, weil es das Gerücht gab, der Praktikant sei heiß. Als dieser erschien, fiel mir die Kladde runter. Mein Bruder Wulf stand vor mir und die Frauen waren verschossen im ersten Moment. Aus dem kleinen Jungen ist ein Schönling geworden. Der dazu sehr talentiert ist. Ich nahm ihn zur Seite und meine Kolleginnen waren mehr als eifersüchtig. Meinem Bruder zeigte ich alles und klärte dann die Kollegen auf, dass wir Geschwister sind. Man sah die Frauen wortwörtlich ausatmen vor Erleichterung.



Mein Problem mit Don hatte sich leider nicht gelöst. Er zahlte wirklich nicht und ich musste aus dem Haus raus, was ich mit meiner Tochter bewohnte. Die Miete war höher als meine Einnahmen. Ich bekniete doch sogar telefonisch, endlich den Unterhalt zu zahlen. Wenigstens für Bella. Bella spürte meine Traurigkeit und den Stress und versuchte mir zu helfen. Aber sie ist noch ein Kind und sollte nicht solche Sorgen haben.



Shirley

Für die Kletterwand bin ich zu alt, aber nicht für Zumba. Ich liebe das Hüfteschwingen und die Bewegungen im musikalischen Rhythmus.



Sensenmann

Mein Tablet vibrierte und es hieß, dass jemand verstorben ist. Ich löste mich von meiner Konsole und teleportierte mich zu den Alto-Apartments. Von hier kam das Signal. Ich öffnete durch Telepathie die Türe und schwebte ins richtige Apartment. Die Verstorbene fand ich im Schlafzimmer. Ich scannte sie ein und fand rasch den Namen: Shirley Ike, geborene Holmes. Früher Agentin. Heute Ruhestand. Oder eher gesagt, sie war im Ruhestand bis zum Todeszeitpunkt. Ihr Göttergatte hatte den großen Moment des Sterbens verpasst. Dabei ist es doch der beste Moment im Leben eines Menschen. Man schließt mit etwas ab und den Nachkommen vermacht man viel Geld. Ich konnte sofort sehen, dass das Paar gut verdient hatte und nicht sehr arm ist. War. Je nach Sicht. 



Ich weckte die Schlafmütze und musste innerlich lachen. Diese Unterwäsche ist zum ablachen. Wer zieht so eine Boxer an? Dazu grinste er so glücklich in den Tag. Aber das Grinsen werde ich ihm noch vertreiben.



Dieser bemerkte mich irgendwann und wechselte schnell in die normale Kleidung. Ich stauchte ihm zusammen, weil er seine Frau nicht mal vermisste. Dabei waren beide über 45 Jahre liiert und eine Urne dürfte wohl auffallen.
"Meine Liebste ist Tod?! Sie machen doch Witze. Wir haben vorhin noch ein Techtelmechtel gehabt. Sie kann nicht fort sein", stammelte er verwirrt.
Ich zeigte ihm die Urne und ihm schien so langsam zu schnallen, was ihm sagen wollte.



Langsam ging er zur Urne und weinte anschließend. Eine junge Frau kam hinzu und weinte mit. 
"Mama. Bitte nicht. Du darfst nicht fort sein", weinte sie. 
Ich scannte sie zum Spaß und las heraus, dass es Sue Ike war. Shirleys Tochter. 
"Wie bringe ich es Tony und Bella bei?", jammerte David.
Ich schaute nach den Namen und fand heraus, dass Tony die gemeinsame Tochter ist und Bella Tonys Tochter ist. Beide leben aktuell bei David. Und Shirley.



Ich ergötzte mich an den Leid der Angehörigen und chattete noch etwas, bevor ich zum nächsten Opfer, Pardon, Kunden musste.



David

Seit dem Einzug von Tony und Bella ist immer Leben. Tony hatte lange geweint und Bella sich eingeschlossen, nachdem sie von Shirleys Ableben wussten. Für Tony lief es eh gerade nicht gut. Sie musste sich in einem neuen Salon als Stilberaterin einarbeiten und die Kollegen waren anders als auf dem Land. Gemeiner und oberflächlicher. Dazu zahlt dieser Nichtsnutz von Don keinen Unterhalt. Trotzdem schaut er immer wieder nach seiner Tochter und möchte sich wieder meiner Tochter annähern. Aber ich weiß es schon zu verhindern. Dieser Typ kommt nicht nochmal in meine Familie.






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