Teil 9 - Ein neues Leben

Fairy

Ich vergaß nie, dass er mir an den Abend der Trägodie vorschlug, ins Haus seiner verstorbenen Cousine Georgette Munch zu ziehen. Es wäre genug Platz für uns und den späteren Kindern. Dazu würde man in Oasis Springs weit weg sein. Weit weg von der Vergangenheit und ein Schritt in eine gute Zukunft. Ich träumte davon, dass wir zusammen alt auf dem Land leben und alles wie ein Traum vorkommt. 

Eine Woche später wohnten wir in der neuen Stadt und ich fühlte mich frei. Wir hatten neue Nachbarn und würden auch bald neue Freunde finden, wenn wir uns von den Schrecken erholen würden. David arbeitete als Autor von zu Hause und ließ in den folgenden Monaten seine Haare wachsen. Ich bekam einen Kugelbauch und suchte mir einen Job in der einer Galerie.



Nach der Geburt der Zwillinge  Sohn Paddy und Tochter Odette begann eine neue, aufregende Zeit. Ich hatte Angst vor den Konsequenzen aus meiner Vergangenheit und überließ anfangs nur David die Kinder versorgen. Ich konnte sie einfach nicht aufnehmen oder lieben. Es fühlte sich einfach falsch an. Wenn ich meine Kinder ansah, dachte ich an meinem Bruder, der eine Reha macht und sich langsam von dem Angriff erholte. Sein bester Freund John Thomas, ein anderer Anhänger der Sekte, gestand die Tat und nahm die Strafe des Gesetzes hin. Beide stritten sich um meine Zukunft, da John der Meinung war, dass ich nie wirklich einer von ihnen war und lieber die Freiheit bekommen sollte. Dazu sollte der Nachwuchs am Leben bleiben, da sie nichts mit der Sekte zu tun haben. Der Streit eskalierte und mein Bruder lag blutend am Boden. Nach seiner Aussage wollte ich die Blutung stoppen, aber er betäubte mich mit Chlorophon und raubte mir dadurch einen Teil der Erinnerung. Er weinte, als er meine Kinder sah und wünschte mir ein schönes Leben in Freiheit. Einige Anhänger der Sekte waren wütend auf mich und drohten mit Maßnahmen, da keiner so einfach aussteigt. Wenige Tage nach Johns Verhandlung wurde er von Unbekannten im Gefängnis ermordet und ich bekam Panik. Ich hatte meine Familie in eine Sache reingezogen, die gefährlich ist. Zu gefährlich.



Mit Malen konnte ich auch etwas beitragen. Dazu wollte ich immer in der Nähe der Kinder sein. Falls sie kommen.



Meine Ängste verschwanden mit den Monaten und Jahren. Ich begann wie eine glückliche Mutter zu leben und vergaß die Worte der Sekte.



Manchmal traf ich mit David zusammen seine Schwester Atlantis und ihren Mann Daniel Rasoya und nahm die Kinder mit. Während sie spielten, redeten wir über alles mögliche.



Leider hatten David und ich uns auseinandergelebt. Wir trennten uns und hofften, dass die Kinder es verkraften würden. Nun wechselten wir monatlich die Kinder. Zuerst bekam er Paddy, während ich Odette bekam.



David

Ich bin mit meinem Sohn nach San Myshuno gezogen. Nun wohnten wir in einem wortwörtlichen Rattenloch mit Ratten, kaputten Leitungen, defekten Stromkasten, Kakerlaken und Gaslecks. Also alles andere als gesund für ein Kind. Aber anderes konnte ich mir nicht leisten.



Ich kümmerte mich liebevoll um ihn und versuchte weiterhin als Autor zu arbeiten. Aber das Geld reichte nicht zum Leben in der Stadt und ich ging zur Feuerwehr, weil sie gerade Leute suchten, die sie ausbilden kann. Dazu wollte ich schon immer etwas Gutes beitragen und das tue ich mit meinem Job.



Aus Kostengründen gab ich Paddy immer etwas von meinem Essen ab.



Dann lernte ich die junge Agentin Shirley Holmes kennen. Sie ist die Urenkelin des berühmten Sherlock Holmes und hatte seinen Spürsinn geerbt. Während Fairy die Sensible und Romantische war, war sie eher der sportliche und starke Typ. Wir lernten uns langsam kennen und ich mochte sie immer mehr.



"David, Paddy weint", sagte sie eines abends erschrocken.
Sie wusste, dass ich einen Sohn großziehe und war sichtlich mit dem weinenden Kind überfordert. Ich brachte Paddy in seinen Zimmer und beruhigte ihn. Sie lächelte mich an, als ich aus seinem Zimmer kam und stand in Unterwäsche vor mir. Verlegen schaute sie weg, als ich ihren Körper mustern durfte. Selten habe ich so eine fitte Frau gesehen. Dazu so eine Hübsche. Ich kam näher und küsste sie vorsichtig auf den Lippen. Sie wurde rot, aber es schien ihr trotz fehlender romantischer Ader zu gefallen. Sie zog mir meine Oberkleidung aus und zog mich ins Schlafzimmer. Anschließend ging es schnell und wenig später lagen wir unbekleidet nach unseren ersten Mal im Bett. Sie drückte sich an mich und umarmte mich. Ihre Hände wanderten runter und ich wusste, was es bedeutete.



Wir wurden ein Paar und machten immer Sport zusammen.



Meine Schwester war zunächst sprachlos, als sie bei einem gemeinsamen Abendessen von unserer Partnerschaft erfuhr. Immerhin war ich noch nicht lange getrennt von Fairy und Shirley wirkte auf sie immer wie eine Maske. Sie zeigt selten Gefühle, ist dafür aber als Agentin gut.



Immer öfters war sie über Nacht da und versuchte sich mit mal mehr oder weniger Erfolg Paddy als Mutter zu nähern. Da er immer noch an Fairy hängt, war ihm das Ganze nicht geheuer und machte sich schnell in die Hose. Während ich ihn sauber machte, reinigte sie den Boden und wirkte dabei so traurig. Und verzweifelt. Sie wollte wie eine Mutter sein, vor allem wegen unseren Plänen, aber Paddy machte nicht mit.





Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

From Rich to Poor

Kapitel 11

Kapitel 20