Kapitel 3

Verliebt

Glimmerbrooke wenige Wochen später

Morgana war sauer. Mehr als sauer. Seit einigen Wochen trainierte sie ihre Nichte und Roman. Und jetzt erwischte sie beide beim Liebe machen. Dabei sollte sie doch sein Erstes Mal sein in dieser Welt. 

Wütend riss sie die Bettdecke von dem Paar und zerrte ihre Nichte in den Flur. Stella weinte vor Panik und rief nach Roman. Er wollte ihr zu Hilfe eilen, aber Morgana betäubte ihn mit einem Zauberspruch. 
"Das hast du davon. Damals habe ich doch gesagt, er soll mein Liebhaber sein und nicht deiner", schrie Morgana.
Stella schüttelte sich entsetzt über ihr Verhalten. Wie kann man nur so ein Narzisst sein.

Auf einmal zerbrachen die Fenster hinter ihr und der alte Mann von damals stand mit den Weisen hinter ihr. Sie besiegten Morgana sehr rasch und nahmen sich dann den beiden an.
"Alles in Ordnung, Kind? Ich spürte, dass du in Gefahr bist und bat die Weisen um Unterstützung. Sie kümmern sich um den armen Roman", sagte er und legte eine Decke um sie.

"Morgana. Und jetzt zu dir. Was du getan hast, war nicht fair. Wir haben deine Taten satt und verbannen dich aus Glimmerbrooke. Packe sofort deine Sachen und verlasse noch heute Nacht den Ort", forderte der alte Mann Morgana auf.
Sie knirschte mit ihren Zähnen und schrie erbost:
"Warum gehen die beiden Betrüger nicht?! Sie haben mich hintergangen."
"Haben sie nicht. Der einzige, der hier nicht richtig tickt bist du. Und wir nehmen dir deine Unsterblichkeit für immer. Deine Schönheit wird eines Tages vergehen und dann wirst du erkennen, wie Narzisstisch du warst", sagte L Faba. 
Sie sagte einen Spruch und Morgana schrie vor Schmerzen. Morgana fiel keuschend auf die Knie und hielt sich die Brust. Zornig funkelte sie die mächtigeren Magier an und verschwand in ihr Zimmer.

Sie packte ihre Sachen und verließ den Ort für immer. 

Sulani

Romans Eltern waren so stolz auf ihrem Sohn und auf die kleine Keira, die bald in die Schule kommen würde. Dann würden sie ganz groß mit ihr feiern und schwimmen gehen. 


Kay war auch gerade da, weil sie eine Auszeit von der Arbeit hatte und für neue Technologien Ideen brauchte. Sie hatte Lola mit dabei. 


Sie genoß auch die Zeit mit Keira in allen Zügen. Obwohl sie keine Kinder bekommen kann, fühlte es sich gut an. Vielleicht könnte ja dieses Kind ihre Muse sein. 


Diese Zeit nahm leider ein grausames Ende. Manula und Samaria feierten auf dem Festland ihren 10. Hochzeitstag in einem teuren Restaurant. Immerhin gibt es nicht viele Paare, die über 10 Jahre zusammen sind. 

Auf dem Rückweg sahen sie schon an den schwarzen Wolken, dass es einen Sturm geben wird. Eigentlich wollten sie vorsichtshalber in ein Hotel gehen, aber der Kapitän der Fähre versicherte ihnen, dass die Fähre sturmfest sei und jede Welle aushält. Immerhin fährt die alte Maria seit 30 Jahren über das Meer und ist nie gesunken.
"Schatz, gehen wir ins Hotel", sagte Samaria besorgt. 
Das Schiff hatte sichtbar die besten Jahre hinter sich und war teilweise verrostet. Sie traute dem Schiff einfach nicht. Nur beim guten Wetter ohne eine Welle. Es waren sogar Touris auf dem Schiff, die noch zu ihr Hotel auf Sulani wollten, bevor der Sturm losgeht.

Manula konnte sie am Schluss doch überreden, mit der Fähre zu fahren. Sie hatten vorher die Kleidung gewechselt, weil ein Abendkleid auf der Rostlaube unpassend ist. 
Der Start war noch ohne Sturm. Aber je näher man Sulani war, desto höher wurden die Wellen. Auf dem Meer hatte der Sommersturm seine volle Stärke. Das Schiff schwankte hin und her. Viele hielten sich panisch aneinander fest. 

Der Kapitän sagte immer noch, alles sei in Ordnung. Dann schlugen immer höhere Wellen gegen das Windschutzglas. Es begann zu Knacken und Risse zu bilden. Der Kapitän wollte es in Sulani reparieren lassen. So der Plan. Von unten kam ein komisches Knarzen vom Metall. Alle hatten große Angst. Die nächste Welle ließ die Scheiben bersten und Wasser kam in den Passagierraum. Alle schrieben den Liebsten eine letzte Nachricht. Falls was passieren sollte. 

Von unten kam auch ein ungutes Geräusch von einströmenden Wasser. 
"Wir sinken", weinte ein Kind.
Ihre Eltern drückten sie fest an sich und weinten. Samaria rannte zum Kapitän und fragte nach Rettungswesten. Aber auf dem Schiff gab es keine, weil kein Platz dafür war. Alle schauten den alten Mann entsetzt an und die ersten Menschen weinten. Er gab kein Rettungsboot. Nichts, was sie retten könnte, obwohl es seit vielen Jahren Vorschrift ist. 

Sie ging zu ihren Mann und verpackte alles wasserfest. Tränen standen Samaria in den Augen, weil sie spürte, dass sie ihre Kinder nie wieder sehen wird. Manula drückte sie an sich und beide warteten wie die anderen Passagiere auf dem kalten Tod.

Die nächste Welle trieb wieder Wasser ins Boot und der Motor hörte auf zu arbeiten. Der Kapitän erklärte sie im Meer gestrandet und hatte die Koordinaten an einem Hafen geschickt mit allen Daten wie Passagierliste. Er hinterlegte diese aber auch immer auf dem Festland, falls was passieren sollte. Mit mehreren Weinflaschen wollte er mit den Erwachsenen in den Tod feiern. 

Es dauerte anschließend nicht mehr lange und das Schiff ging mit den Menschen unter. Mutige versuchten gegen das Meer zu schwimmen, aber sie gingen nach wenigen Metern unter. 

Am nächsten Morgen war die Fähre nicht am Hafen und Kay machte sich Sorgen. Sie ging zu dem Hafenmitarbeiter, der wild rumtelefonierte und sie abwimmeln wollte. Keira schaute ihre große Schwester traurig an und sie beschloss, die Kleine nach Hause zu bringen und dann wieder zum Hafen zu fahren. Eine Nachbarin nahm die Kleine und Kay fuhr wieder zurück zum Hafen. Jetzt waren viel mehr Leute anwesend. Auch Leute von den Hotels, die ihre Kunden vermissten. 

Kay sprach mit ihnen und alle hatten das gleiche Problem. Mit der Fähre sollten Leute kommen, aber die Fähre war nicht beim Festland oder bei der Insel. Da am Vorabend ein Sommersturm gewesen war, wussten alle, dass es kein Happy End gibt. Es war ein Bauchgefühl. 

Der Hafeneigentümer kam persönlich und berichtete, dass die Fähre trotz Unwetterwarnung rausgefahren sei. Die Küstenwacht sucht jetzt bei den letzten gesendeten Koordinaten nach dem Schiff. Sein Handy klingelte und er wurde bleich. Er fragte nach der Anzahl der Passagiere. 
"Sehr geehrte Leute, ich muss Ihnen mitteilen, dass die alte Maria gesunken ist. Keiner der Passagiere hat überlebt. Mehrere Leichen wurden an Sulanis Strände angespült und viele Leichen im Wrack im Wasser gefunden. Die Küstenwacht holt jetzt zuerst alle Wertsachen aus dem Wrack und bringt sie gleich. Wenn darunter Sachen von Angehörigen sind, melden Sie sich bei der Polizei am Hafen", sagte der Inhaber räuspernd. 
Kay hatte bei der Hälfte nicht mehr hingehört. Ihr rannten die Tränen übers Gesicht und sie holte zitternd ihr Handy aus der Handtasche. Sie las weinend das letzte Lebenszeichen ihrer Mutter und vom Vater. Mehrmals. Die Hoteliers schauten entsetzt und gaben eine Liste von Kunden, die ankommen sollten. 

Angehörige der Opfer umarmten sich heulend. Auf einmal drückte jemand sie ganz fest und sie erkannte ihre Nachbarin. Mamas beste Freundin. Keira war beim Ehemann, weil sie das Gefühl hatte, Kay würde sie brauchen. Kay konnte sich nicht mehr beherrschen und heulte wie Schlosshund los. Mamas Freundin weinte mit. Sie hatte ihrem Mann von dem Vorfall geschrieben und dieser saß geschockt mit Keira auf dem Schoss auf der Terrasse. 

Er starrte nur aufs Wasser und war fassungslos. Die engste Familienfreundin ist Tod. Und hier ist ihre kleine Tochter. Die Kleine wird es niemals im Leben verkraften. 

Kay erkannte vor Ort die Sachen ihrer Eltern und teilte es mit. Die Polizisten notierten es sich und nahmen die Wertsachen vorerst als Beweis mit. Mit der Nachbarin fuhr sie zitternd nach Hause und begann dort wieder zu heulen. Mamas Freundin rief einen Arzt, damit sie runterfahren kann. 

Am nächsten Tag war Keira immer noch bei den Nachbarn. Kay war noch nicht nach dem Schock in der Lage, sich um das Kind zu kümmern. Die Familienfreundin identifizierte die Leichen ihrer Freunde und erklärte, dass Kay noch nicht in der Lage sei, die Leichen zu sehen. Der Rechtsmediziner hatte Verständnis und nickte es ab. 

Eine Woche später ging es Kay nur leicht besser, aber sie konnte sich wieder um ihre Schwester kümmern. Sie entschied, auf der Insel zu bleiben im Elternhaus. Ihr Arbeitgeber war nicht begeistert, aber er stimmte einer Versetzung zu. Sie wollte nun die Mama für Keira sein.

Glimmerbrooke

Dort ahnte man nichts von den Ereignissen in Sulani. Das Leben ging dort den normalen Gang. Roman und Stella nahmen Nugget auf. Eine launische Katze.


Gartenpflege musste auch sein.


Draußen stürmte es und Stella meinte, es würde an der Türe klingeln. Als sie öffnete, stand ein durchnässter Junge davor.
"Hallo Junge, was machst du bei dem Wetter draußen?", fragte Stella überrascht.
"Ich campe mit meinen Eltern im Wald und habe mich verlaufen. Darf ich mich kurz aufwärmen und sie anrufen. Mein Handy ist nicht wasserfest", erklärte er.
Sie gab ihm ein Telefon und eine halbe Stunde später waren seine Eltern mit dem Wohnmobil vor der Haustüre. Freundlich bedankten sie sich bei Stella und Roman. 




Für Stella stand noch ein Besuch bei den Eltern an. In San Myshuno demonstrierten manche gegen das Geldsparprogramm der Politik. 


Ihre Familie freute sich riesig sie zu sehen.


Das gemeinsame Essen begann mit Schweigen. Tante Morgana hatte sich selbst eingeladen. 


Urs musste kurz raus, weil sie vor Wut kochte. Diese Frau hat ihrem Kind weh getan und jetzt kommt sie ungefragt zu dem Familienessen. Morgana will sicher mal wieder im Mittelpunkt stehen.


Mit Stäbchen essen kann nicht jeder. Ein Wunder, dass die Teller gehalten haben bei den Stäbchenmissbrauch.


Morgana beendete ungewollt die Runde, als sie nach einem Streit mit ihrer Schwester ging.


Nugget ist eine echt launische Katze. Bei einem Gewittersturm muss man auch ein gutes Versteck finden. 


Oder im Kreis laufen.


Am nächsten Tag joggte Stella, um nicht dick zu werden.


Diese Dreckskatze will auch einfach nicht das Lidlkatzenfutter haben. Die Menschen sollen sie mit feinsten Fisch bekochen. 


Endlich konnten Stella und Roman in Ruhe flirten. Und den ersten Kuss haben.


Da beide noch viel lernen müssen, schickte ich sie in die Magische Welt. Dort duellierten gerade zwei Magier zum Spaß. Und die alte Frau hatte mit ihrer Erfahrung gewonnen.


Meine beiden Puppen mussten lernen. Lernen. Und Lernen.


Wieder zu Hause wurde geflirtet. Und beide wurden nun offiziell ein Paar.


Die Kleider vom Leib gerissen und rumgemacht.


Das wollen wir nicht sehen! Private Räume!


Und natürlich die verfluchte Gourmetkatze, die lieber verhungert, als Dosenfraß zu essen.


Dann wurde das Kondom vergessen. 


Und Urs wird nun Oma.


Das junge Paar freut sich bereits jetzt auf dem Nachwuchs und zauberte ein Kinderzimmer.


Hier erkennt man, was es wird und wie viel Kinder.


Roman rief sofort seine Mutter an, aber sie nahm nicht ab. Also wählte er Kays Nummer. Aber sie nahm auch nicht ab. Er fragte sich, was los sei und wählte die Nummer von der besten Freundin seiner Mutter.

Sie berichtete ihm heulend von den Ereignissen in Sulani und bat ihn, schnellstmöglich dort hinzukommen. Kay war nervlich am Ende und ihre eigene Familie auch. Keiner will es wahr haben, was passiert ist. Und die kleine Keira heult nur noch nach ihrer Mutter.

Da traute er sich nicht zu erzählen, dass er Vater wird. Es war unpassend. Aber dieses Kind ist bestimmt die Wiedergeburt seiner Mutter. Da ist er sich sicher. Denn seine Freundin wurde schwanger, als seine Mutter starb. Das musste ein Zeichen sein.


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